Reisebericht Dänemark 2008

Onsdag (Mittwoch), 16.Juli 2008

In aller Herrgottsfrühe, um 04:00 Uhr; sind wir in Niwiheim (Bad Nauheim) erwacht und bereiteten uns auf die laaaaaange Fahrt vor. Abfahrt war dann um kurz vor 05:00 Uhr. Ohne zu viel von der Fahrt erzählen zu wollen – wir hatten keinen Stau; auch nicht durch den Elbtunnel – erreichten wir pünktlich zur Mittagszeit die dänische Grenze.

Unser Weg sollte direkt nach Roskilde führen, jedoch entschieden wir kurzfristig, schon erste touristische Attraktionen aufzusuchen. Jütland hinter uns gelassen, steuerten wir mehr oder minder geradewegs nach Skamby zu den Glavendrupsteenen. Hier hatte sich jemand vor langer Zeit die Mühe gemacht, jede Menge Steine in Formation aufzubauen. Inmitten eines Steinfeldes thronte der größte aller Steine – der Runenstein von Glavendrup.

Anschließend ging es nach Odense in das Eisenzeitdorf. Der Eintrittspreis von 25 DKK ist absolut gerechtfertigt. Zu sehen gibt es verschiedene Häuser von ... bis ..., die originalgetreu nachgebaut wurden. Besonders sehenswert waren die Götzenbilder. Der einzigste Fauxpas war die teilweise nicht ganz originalgetreue Kleidung der Mitarbeiter (neumittelalterliche Sandalen etc.).

Unsere nächste Station war das Freilichtmuseum Bytoften, wo man vor wenigen Jahren verschiedene Siedlungen aus unterschiedlichen Epochen gefunden hat. Aktuell stehen neben einem reetgedeckten Langhaus aus der Römerzeit jede Menge Holzpfosten die den Standort der anderen/übrigen Gebäude symbolisieren sollen. Sicherlich ist es ein guter Anfang für ein Freilichtmuseum, da auch Pflanzen aus dieser Epoche angepflanzt wurden;jedoch hat es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Attraktionswert. Für eine kurze Rast ist es aber ideal.

Danach ging es nach Kerteminde, wo uns das weltweit einzigartige Schiffsgrab von Ladby erwartete. Man muss schon sagen, dass das kleine Museum sehr viel bietet, in erster Linie einen Museumsshop, der jedes Wikingerherz zum schmelzen bringt. Im Eintrittspreis von 40 DKK ist die Besichtigung des Museums mit Fundstücken und Repliken aus dem Schiffsgrab – man kann sich auch selbst am Spiel HNEFTEL probieren oder im Keller bei der Rekonstruktion eines Drachenbootes zusehen – wie auch die Originalfundstelle des Schiffes mit vielen Informationen rund um den Fund.

Als nächstes begaben wir uns auf die abenteuerliche Suche nach Martofte – diese Strassen werden bei uns maximal noch als Feldweg bezeichnet, hier nennt man sie Landstrasse – um einen Grabhügel aus der Jungsteinzeit zu besuchen. Leider haben wir diesen nicht gefunden. Also ging es in das noch 160 km entfernte Roskilde, wo wir unser erstes Lager aufschlugen. Während des Aufbaus kreuzte ein Drachenboot das Fjord direkt vor unserer „Haustür“. Einige Windböen später stand dann endlich das Zelt und wir konnten endlich nach fast 15 Stunden und 1.000 Km mal ausruhen. Damit endet der erste Urlaubstag.

Torsdag (Donnerstag), 17.Juli 2008

Die erste Nacht ist überstanden. Möwen können ja so nervig sein, erst recht bei Sonnenaufgang. Heute sollte uns der Weg in die Hauptstadt Kopenhagen führen, wo wir uns insbesondere das Nationalmuseum und das Zeughausmuseum anschauen wollten. Das Nationalmuseum ist generell kostenfrei und das Zeughausmuseum dank der Kopenhagencard, mit der man auch kostenfrei die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region nutzen kann, ebenso.

Mit Rollerblades und Bahn angekommen, machten wir uns nun auf den Weg zur ersten Station. Im Nationalmuseum interessierte uns vorwiegend die vorgeschichtliche Abteilung – in 24 Räumen, die man in 60 Minuten geschafft haben soll, reist man durch 14.000 Jahre menschlicher Geschichte – von Rentierjägern, über Bronze- und Eisenzeit, bis zu den Wikingern. Ich glaube, wir haben die 60 Minuten nicht ganz einhalten können.

Weiter ging es zum Zeughausmuseum. Dieses befindet sich in dem riesigen Zeughaus, das 1604 von Christian dem IV erbaut wurde. Ursprünglich diente es als Waffenkammer für Armee und Marine, bis es später zu einem Museum wurde. in der 156m langen Halle – der größten Halle der Renaissance in Europa – sieht man Kanonen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit. Im darüber liegenden Rüstkammersaal sind Handfeuerwaffen, Schwerter, Rüstungen, Uniformen und noch viel mehr ausgestellt. Ich muss sagen, dass ich selten ein Museum betreten habe, bei dem direkt so negative Schwingungen zu vernehmen waren – kein Wunder, wenn gleich mehrere Kanonen auf einen gerichtet sind. Für Waffenfreaks ein echtes Muss; fraglich nur, ob man die wieder heraus bekommt.

Nach dem Lunch ging es wieder zurück nach Roskilde, wo wir uns noch das Roskilde Museum anschauen wollten. Vom Aufbau gleicht es dem Nationalmuseum – es geht von Vorgeschichte in die Neuzeit; hier bis ins letzte Jahrhundert – aber an Größe und Anzahl der Exponate kann es nicht wirklich mithalten.

Dies sollte die letzte Kulturberieselung des Tages bleiben. Morgen werden wir uns dann ganz den Wikingerschiffen in Roskilde widmen.

Fredag (Freitag), 18.Juli 2008

Der Freitag begrüßte uns mit dem lang ersehnten Dänemarkwetter – Regen. Der perfekte Tag für einen Segeltörn, denn selbst wenn wir es nicht waren, so war wenigstens das Wetter authentisch. Natürlich meldeten wir uns im Wikingerschiffmuseum gleich für den Segeltörn an, der um 11:00 Uhr starten sollte und so haben wir unseren Museumsbesuch mit abschließender Fotosession in Wikingerkleidung (nicht dass wir auch noch welche im Auto hatten) genau abgepasst, nur um dann zu hören – wir waren die einzigsten. Trotzdem wollten wir uns das nicht entgehen lassen und harrten eine weitere Stunde aus. Das Wetter wurde nicht besser und so wuchsen die Ängste, dass die Fahrt buchstäblich ins Wasser fällt. Zur Fahrt um 12:00 Uhr waren dann tatsächlich genügend Leute angetreten und die Götter spielten auch mehr oder weniger mit. Nach kurzer Einführung bestiegen wir das Boot, ruderten aus dem Hafengelände und konnten schließlich das Segel hissen, das leider nur zeitweise genügend Wind bekam, um uns dahin zu treiben. Zwar drehte der Wind oft, jedoch war er nie besonders stark. Auf dem Rückweg – es hatte mittlerweile wieder angefangen zu regnen, mussten wir wieder rudern – dabei hatten wir doch für eine Segelfahrt bezahlt. Immerhin bekamen wir so eine kleine Fitnesseinheit.

Nun ließen wir Roskilde hinter uns, denn morgen sollte Trelleborg auf dem Plan stehen und wir wollten uns bereits in die unmittelbare Umgebung begeben – nach Kørsor. Auf dem Weg dorthin wollten wir uns einen Runenstein in Gørler anschauen, aber es blieb leider nur bei einem Versuch, denn die Kirche, die von Montag bis Samstag von 10:00 bis 16:30 Uhr geöffnet haben soll, blieb um 14:30 geschlossen. So ist das nun mal mit der Kirche – sie kann noch nicht mal die einfachsten Dinge halten die sie verspricht. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, fuhren wir nach Skælkor. Hier sollte auch ein Runenstein in der Kirche stehen und wieder standen wir vor verschlossenen Türen. Vielleicht hatten wir wenigstens in Slagelse Glück, wo wir noch ein paar Hünengräber aus der Bronzezeit und eine Ruine eines Johanniter-Klosters, das später zu einem Schloss umgebaut wurde, besuchen wollten. Die Grabhügel – bzw. die Erdhaufen mit Gras darauf – konnten wir durch ein wenig Glück finden, bewiesen sich aber als weniger spektakulär. Auch der Weg zum Johanniter-Kloster hat sich finden lassen. Hier konnte man tatsächlich Mauern sehen, aber auch die rissen uns nicht vom Hocker. Den Abend haben wir dann mit einem Strandbesuch und Tischtennis ausklingen lassen.

Lørdag (Samstag), 19.Juli 2008

Mit welchen Vorurteilen begegnet man denn eigentlich einem dänischen Wikingermarkt? Mit unbekannten Händlern, vielen Fremden und einem härteren Kampfstil. Und wie ist es wirklich? Zumindest in Trelleborg? Nach wenigen Minuten – wir mussten auch erst mal durch das kleine Museum im Eingangsbereich – hat man die ersten Bekannten getroffen, aus jeder Ecke hört man Deutsch und dort kämpft man auch nicht härter. Auf den ersten Blick wirkt der Markt in wunderschöner Umgebung und in historischem Ambiente (Rundburg und rekonstruierte Häuser) recht überschaubar, doch bei näherem Hinsehen merkt man, das fast jedes Zelt gleichzeitig Marktstand ist. Ausgenommen hiervon ist der kleine, etwas abseits gelegene Lagerplatz, wo man auf internationale Kämpfer trifft, von denen etwa 20 – 30% bekannte Gesichter sind. Ein weiterer Unterschied zu deutschen Märkten ist der Anteil an Fress- und Saufständen. Während in Deutschland etwa 40 % zu dieser Gattung gehören, sind es hier nur sehr wenige. Letztendlich sollte man sich auch auf das Wesentliche konzentrieren und hier ist die Hauptattraktion eindeutig die Schlacht. Diese wird über ein kleines Schauspiel eingeläutet. Dann geht es über zur Freischlacht (trotz abgesprochenem Ende) und zum Schluss dann noch der „Kreis der Ehre“. Die Kämpfer haben sich allesamt allen Anschein nach der ISS; der Initiative Schöner Sterben; angeschlossen. Nach 7 Stunden Markt – der Magen knurrte bereits – sind wir dann nach Hause (da wo das Zelt wohnt) gefahren und haben den Abend ausklingen lassen.

Søndag (Sonntag), 20.Juli 2008

Ich weiß nicht, wie oft der Plan an diesem Tag über den Haufen geschmissen wurde, denn es waren viele Male. Zumindest der erste stand fest – nach dem Packen ging es nach Lindeborg, wo ein Markt über das Steinzeitalter angepriesen wurde. Klar kann es bei der „Konkurrenz“ in Trelleborg nicht so riesig sein, aber wenn die Werbetrommel so groß ist, geht man zumindest von einem mittelgroßen Markt aus. In Lindeborg angekommen wurden wir dann eines besseren belehrt – auf dem 50 x 10m „großen Platz“ haben sich wenige, wenn auch sehr gute Händler zusammengefunden. Zwar konnte man keine großen Einkäufe tätigen, jedoch waren die Händler sehr sympathisch und man konnte gute Gespräche führen. Nichtsdestotrotz sind wir nicht lange geblieben und fuhren nach etwa 45 Minuten weiter. Ursprüngliches Ziel sollte Jelling sein, aber kurzerhand entschlossen wir uns, zuerst nach Ribe zu fahren. Auf dem Weg nach Ribe befanden sich in einem „magischen Dreieck“ 3 Attraktionen – der Runenstein ved Læborg Kirke , an dem wir einmal vorbeigefahren sind, ihn dann aber doch gefunden haben, der Runenstein in Bække, wo gleichzeitig ein Hügelgrab stand – und zu guter Letzt der Runenstein von Malt. Letzterer wurde in ein Museum gesetzt, wo uns außer dem Stein nichts interessierte. Deshalb wollten wir dafür auch keine 60 DKK ausgeben.

Weiter ging es nach Ribe – genauer gesagt ins Museum Ribes Wikinger. Hier wird die Geschichte von Ribe – einer ehemals bedeutenden Handelsstadt, die sogar von der deutschen Hanse als Hansestadt anerkannt wurde – dargestellt. Sowohl die Wikingerzeit als auch das Mittelalter finden Beachtung. Besonders sehenswert ist der Nachbau eines Handelsplatzes, wie es ihn in Ribe im April 893 gegeben haben könnte. Auf der Seite des Mittelalters konnte man eine Baustelle nach dem großen Brand im 15. Jahrhundert betreten. Bei beiden Nachbauten konnte man sich regelrecht in die jeweilige Zeit hineinversetzen. Nach dem Museumsbesuch schlenderten wir durch die Altstadt gen Riberhus. In Wolfs Worten ausgedrückt: „Da hatte jemand Langeweile und hat sich ein Lustschloss gebaut.“

Die Nacht verbrachten wir bereits in Jelling.

Mandag (Montag), 21.Juli 2008

Jelling – ein Muss für jeden Geschichtsinteressierten – nur das Wetter hätte besser sein können. Das Bedeutendste in Jelling sind die Jelling Monumente – bestehend aus Hügelgrab, Runenstein und Kirche als Zeichen der verschiedenen Epochen. In der Kirche wurde Gorm den Gamle – König von Dänemark und Vater von Harald Blauzahn – „versteckt“. Wer ihn suchen will sollte nicht nach einer Silbermünze auf dem Boden suchen, sondern nach einem silbernen Stück in der Verzierung. Wer lesen kann ….

Vor der Kirche steht dann der berühmte Runenstein von König Blauzahn und der von Gorm an seine Frau Thyra Danebod. Nördlich und südlich der Kirche liegen dann die Hügelgräber. In dem nördlichen wurde ursprünglich Gorm nach heidnischem Brauch beerdigt. Im Jahre 985 wurde er von seinem Sohn in die Kirche umgebettet.

Gegenüber der Jelling Monumente ist das Jelling Kongernes, in dem alles zu den Monumenten und dem Jellingstil erzählt wird – und das sogar for free. Nach dem Besuch des Museums führte uns unsere Tour nordwärts nach Hobro. Dort angekommen, besuchten wir das Hobro-Museum. Hier wurde auf 2 Etagen die Geschichte Hobro´s ausgestellt, z.B. Funde aus dem nahe gelegenem Fyrkat aus der Eisen- und Wikingerzeit, die spätere Entwicklung im Mittelalter und der Renaissance bis hin zu bedeutenden Bauwerken wie der Schnapsbrennerei und der Tabakfabrik, welche für den wirtschaftliche Aufschwung in Hobro sorgten. Nach diesem kurzen aber informativen Besuch ging es in das 3 km entfernte Fyrkat. Hier wurde anhand von Funden aus ganz Dänemark (z.B. Fyrkat, Trelleborg (DK) Trelleborg (S), Aggersborg und Nonnebakken) ein Dorf nachgebaut wie es im 10. Jahrhundert existiert haben könnte. Im Eingangsbereich erwarteten uns Mitglieder der Wikingergruppe Lindholm in Gewandung. Diese führten durch das 9 Häuser große Dorf und erklärten ihr Handwerk und das Leben der Wikinger. Es gab auch diverse Aktivitäten an denen der gemeine Tourist teilnehmen durfte, z.B. backen eines Wikingerbrotes und töpfern. Im angrenzenden Museum durfte man sich; wer hätte in dieser Umgebung anderes erwartet, als Wikinger verkleiden. Mit uns war eine deutsche Familie im Museum. Deren Sohn mühte sich mit dem anziehen eines Kettenhemdes ab – also erstmal Hilfestellung gegeben und verwunderte Blicke der Eltern kassiert.

Nach dem Besuch des Wikingercenters ging es zu Fuß auf die 1Km entfernte Ringburg Fyrkat. Nach einem kurzen Imbiss ging es dann Richtung Mariager. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Abstecher nach Tørslev in die Tørslev Kirke. Hier konnte bis 16:00 Uhr ein Runenstein besichtigt werden. Auf dem kurzen Weg dorthin haben wir das Navi um 7 Minuten unterboten. Glücklicherweise war diese Kirche um 10 vor 4 noch offen. Jetzt mussten wir uns aber langsam sputen, wenn wir unser Tagesziel erreichen wollten. Innerhalb von nur 30 Minuten ging es durch das Mariager Museum. Ebenso wie in Hobro beschäftigte man sich hier mit den lokalen historischen Ereignissen. Weiter ging es zu einem weiteren Grashügel – dem Hohoj-Hügelgrab, welches im vorbeifahren fotografiert wurde. Die letzte Station in Mariager sollte das Kongehøjen ved Voldstedlund (ein Hügelgrab mit Dolmen) sein. Hier gab es eine kleine Ausstellung zu den zu besichtigenden Gräbern und Steinen. Bemerkenswert ist hier die Höhe von 12m des Hügelgrabes. Nach einem kurzen Abstecher in den Wald auf der Suche nach weiteren Gräbern, Dolmen und Runensteinen ging es dann nach Lindholm um uns auf eine weitere Nacht unter freiem Himmel vorzubereiten.

Tirsdag (Dienstag), 22.Juli 2008

Heute soll es ein ruhiger Tag werden. Nach dem aufstehen und frühstücken kam die Frage auf: „Und was nun bis 10:00 Uhr?“ Also die Tour andersherum angefangen wie geplant.

Unser erstes Ziel lag somit im Norden und hieß Løkstør. Dort besuchten wir die schon erwähnte Aggersborg, eine Ringburg mit immensen Ausmaßen und von außen eher unscheinbar. Die „herkömmlichen“ Ringburgen haben einen Durchmesser von 112m, Aggersborg hingegen misst 288m und wurde inklusive aller Häuser innerhalb von nur 2 Jahren erbaut. Damals gab es auch noch keine 40 Stundenwoche, sondern es wurde durchschnittlich 75 Stunde/Woche gearbeitet. Weiter ging es nach Aars. Dort mussten wir erstmal 10 Minuten vor verschlossenen Türen stehen, bis wir erfuhren, dass uns die Kunstausstellung nicht interessieren würde. Also weiter zu einer Eisenzeitsiedlung welche im Museum angepriesen wurde. Auch hier wurden wir schon wieder enttäuscht. An Stelle einer Siedlung im Moor mit gepflasterten Wegen durch die Siedlung erwarteten uns ein Grashügel, ein Bauer bei der Arbeit, Weidezaun und einige Kühe. Etwas frustriert begaben wir uns auf die Suche nach dem Hügelgrab Stenkisten. Bei der Suche ist es auch geblieben.

Anschließend sind wir zu dem Dolmen Troldkirken gefahren. Ursprünglich diente es als Grabstätte für wichtige Personen, aber die Menschen dachten zeitweise, dass es heidnische Altäre bzw. Koboldbehausungen waren. Nachdem wir in Aggersborg etwas von Sebbersund gelesen hatten, wollten wir auch diese Wikingerstätte besuchen. Außer einem Grubenhaus und einer verschlossenen Tür zu einem möglichen Ausstellungsraum war nicht viel zu sehen.

Nun ging es in das Aalborg historike Museum, welches wir ursprünglich als erstes anschauen wollten. Hier überraschte uns, dass wir for free in das Museum konnten, aber dafür war auch Dienstag. Das interessanteste während unseres 20minütigen Rundgangs war das Skelett einer schlafenden Frau aus der Eisenzeit. Das Beste kommt zum Schluss und diesmal sollte es sich auch bewahrheiten – mit einem Besuch des Wikingerfriedhofes Lindholm Hoje.

Auf einem riesigen Feld standen jede Menge Steine, die in allen möglichen Formationen aufgebaut waren. Auch konnte man verschiedene Grabhügel sehen. Insgesamt sind es ca. 700 Gräber. Die unterschiedlichen Bestattungsformen rühren daher, dass Lindholm Hoje zu unterschiedlichen Zeiten benutzt wurde – von der Steinzeit bis zur späten Wikingerzeit. Nachdem wir das Gräberfeld besucht hatten, machten wir einen Abstecher in das Museum. Hier wurde das damalige Leben bildlich und mit Funden dargestellt. Dies sollte dann für diesen Tag ausreichend sein.

Onsdag, 23.Juli 2008

Lindholm hinter uns gelassen führte unser Weg nach Arhus. Nachdem wir uns durch das Verkehrschaos geschlängelt hatten, fanden wir endlich einen Parkplatz vor dem sehr schönen Theater. Gegenüber befand sich unser Ziel – die Nordea Bank. Manch einer mag sich jetzt fragen: „Was hat eine Bank mit Wikingern zu tun?“ – In diesem Fall gar nicht mal so wenig, denn 3m unter der Bank befindet sich eine Ausstellung über die Funde des Aros um 980 n.Chr. Diese wurden zufällig bei Bauarbeiten zur Unterkellerung der Bank entdeckt. An der Stelle wo sich heute das Bankgebäude befindet, standen zu damaliger Zeit mehrere Grubenhäuser. In einem dieser Häuser wurde das Skelett eines unbeerdigten Mannes gefunden – ein ungeklärter Mordfall? Obwohl die Ausstellung nicht zu den größten gehörte die wir besucht haben, war sie doch am interessantesten, da sie interaktiv gestaltet war. Auf dem Boden sind die Umrisse der Häuser projiziert, man konnte sich die Inschrift von einem Runenstein vorlesen lassen, der Angriff auf Aros wurde mit einem kleinen Film dargestellt und im gesamten Ausstellungsraum hörte man aus jeder Ecke andere Geräusche. Die Treppe führte uns dann wieder in die Gegenwart zurück. Nach einem kurzen Stadtbummel ging es dann zum nächsten Campingplatz, wo uns 2 ruhige Tage vor dem großen Wikingertreffen am Moesgard Strand erwarteten. Das lustigste Ereignis an diesem Nachmittag war eine Gruppe deutscher Touristen die zu dritt über 2 Stunden diskutiert haben, wie sie ihr Iglu aufbauen. Irgendwann muss es ihnen wohl gelungen sein, da am nächsten Morgen das Zelt stand.

Torsdag, 24.Juli 2008 und Fredag, 25.Juli 2008

Nachdem wir von einer Gruppe deutscher Touristen um 08:00 Uhr mit HipHop Musik geweckt worden waren, wussten wir zunächst erst mal nichts mit dem Tag anzufangen. Nach dem Frühstück beschlossen wir kurzerhand am Strand entlang nach Moesgard zu wandern. Laut Navi sind es ja auch nur 5 Km Luftlinie. Den Rucksack geschultert, ging es also los.

Am Moesgard Strand angekommen, erblickten wir auch schon die ersten Zelte für das Wikingertreffen. Bekannte waren aber erst mal nicht anzutreffen. Da der Tag noch jung war, beschlossen wir, in den nahe gelegenen Wildpark zu laufen. Diesen hatten wir bereits am Vortag bei der Wahl unseres Campingplatzes gesehen. Und so weit war er nicht entfernt gewesen. Dachten wir zumindest. Als wir dann endlich ankamen und uns während eines kleinen Imbisses ausruhen konnten, erfuhren wir von unserem Navi, dass unser Zeltplatz immerhin 9,6 Km Luftlinie entfernt war. Und da wir fast immer nur geradeaus gegangen waren, schätzten wir eine Strecke von ungefähr 15 Km. Dieser Weg musste also noch mal zurückgelegt werden. Der Rückweg verlief genauso ereignislos wie der Hinweg. Einige Male dachten wir, wenn statt der hiesigen Bäume Palmen am Wegesrand gestanden hätten, hätte unser Urlaub ebenso auf den Kanaren stattfinden können. Völlig erschöpft kamen wir am Nachmittag bei unserem Zelt wieder an. Statt den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen, störten uns schon wieder die deutschen Touristen vom Morgen mit Ihrer HipHop Musik. Leider kann man gegen solche nichts unternehmen. Die Folgen kennt man zur Genüge aus den Medien. Aber diese Jugendlichen sollten uns noch weiter verfolgen. Am nächsten Morgen; wir waren noch immer fertig von der gestrigen Wanderung, beschlossen wir in das nächstgelegene Kaff zum einkaufen zu fahren. Auf dem Weg dorthin, wieder die besagten Jugendlichen die zu dritt auf unserer Straßenseite liefen und sich auch noch beschwerten, als wir sie anhupten, da sie über die komplette Straßenbreite liefen und hinter einer Kurve auch nicht wirklich zu erkennen waren. Glücklicherweise kam gerade kein Gegenverkehr. Der Rest des Tages gestaltete sich dann mit faulenzen, lesen und in der Sonne braten.

Lørsdag, 26.Juli 2008

Dies sollte nun der letzte Dänemark Tag sein und zum krönenden Abschluss ging es zum großen Wikingertreffen nach Moesgard. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass gar kein Eintritt verlangt wird - nicht einmal von Touristen. Außerdem waren Soldaten sowohl für die Parkordnung als auch für die Ordnung und Erste Hilfe auf dem Markt verantwortlich. Wie bereits gestern erwähnt findet der Markt direkt am Strand statt, wo auch bereits die ersten Stände zu finden waren.

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